Von Anfang an dabei
Paul Senskes Weg begann bei den Ruhr-Nachrichten. Er war einer der wenigen, die in den Aufbruchsjahren des neuen Lokalfunks in Nordrhein-Westfalen den Wechsel vom Printmedium in den Hörfunk wagte. Aber die Herausforderung, in seiner Heimat ein neues Radio aufzubauen, kitzelte ihn. Als er den Wechsel von der Sportberichterstattung der Tageszeitung ins brandneue Radio Sauerland wagte, brachte er im Juli 1990 genau die Leidenschaft mit, die man für ein solches Wagnis brauchte. In Meschede baute er eine Station, die mehr war als nur ein Sender, aus dem Nichts auf. Und das mit unübersehbarem Erfolg. Radio Sauerland wurde rasch zum akustischen Spiegelbild des Sauerlands.
Direkt, ehrlich und nah
Paul Senske besaß die seltene Gabe, buchstäblich die Sprache der Sauerländer zu sprechen. Das hörte man – man glaubte ihm. Er wusste, was die Menschen bewegte, weil er einer von ihnen war. Seine Interviews waren legendär – direkt, ehrlich und so nah am Gegenüber, dass es, wie man oft schmunzelnd sagte, „kein Entrinnen“ gab. Wer sich ihm im Gespräch stellte, traf auf einen wachen Geist, der mit Empathie und Beharrlichkeit die Geschichten ans Licht brachte, die das Sauerland erzählenswert machten. Dabei blieb er zeitlebens ein Mann des Sports – auch nach seinem Ausscheiden 2015 aus dem Sender.
Trotz seines Erfolges und der beeindruckenden Reichweiten, die Radio Sauerland unter seiner Führung erzielte, blieb Paul Senske stets eines: ein Mensch unter Menschen und auch auf Augenhöhe mit seiner „Mannschaft“: Für sein Redaktionsteam war er kein unnahbarer Vorgesetzter, sondern ein Mentor und Sparringspartner - er war ein Talentförderer. Seine Tür stand offen, sein Ohr war gespitzt für neue Ideen oder Sorgen seiner Mitarbeiter. Aus seinem Titel als Chefredakteur machte er nie ein Aufsehen. Ihm ging es um die Sache, um das Programm und um das Team. „Den Erfolg des Senders trage ich nicht alleine, ihr seid eine exzellente Redaktion“, verabschiedete er sich seinerzeit von seinem Team, nicht ohne vorher ein goldenes Mikrofon als vielsagendes Dankeschön zu erhalten.

Engagement für Radio Sauerland
Unter seiner Leitung hatte er eine Redaktion geformt, die wie eine Einheit funktionierte, dennoch Meinungsvielfalt zuließ. Er schuf ein Programm nach „eigenem Gusto“, das genau deshalb so erfolgreich war, weil es authentisch blieb. In den „wilden Anfangsjahren“ des privaten Rundfunks sorgte er für eine bemerkenswerte Kontinuität und machte Radio Sauerland zu einer festen Größe im Alltag von Zehntausenden Menschen im Hochsauerlandkreis.
„Man hört sich“ – dieser Satz war für Paul Senske mehr als eine Floskel. Es war sein Versprechen an die Hörer und seine Lebenseinstellung. Wir nehmen Abschied von einem Mann, der das Sauerland nicht nur verstanden, sondern ihm eine Stimme gegeben hat. Paul Senske hinterlässt eine Lücke, die sich nicht so einfach schließen lässt, aber sein Erbe lebt in jeder Sendeminute weiter, die den Geist seiner Heimat atmet.
Was bleibt uns in Erinnerung:
Seine Herzlichkeit, sein eigener Humor und seine Leidenschaft für den Journalismus, das Sauerland, den Sport und vor allem die Menschen.
Wir werden seine unverwechselbare Stimme vermissen.
Ferdi Lenze - Vorsitzender Radio Seuerland
Ulrich Biene - Stellv. Vorsitzender Radio Sauerland
Ulrich Bork - Stellv. Vorsitzender Radio Sauerland
VLR-Vorstand und Geschäftsführung schließen sich der Trauer um Paul Senske an und wünschen seiner Familie und engen Freunden viel Kraft in dieser schweren Zeit.
