
Systemreform 2026: NRW-Lokalfunk stellt sich zukunftsfähig auf
Pressemeldung vom 1. Juni 2026
Neue Struktur soll lokale Radiomarken sichern, Aufgaben zentralisieren und Wettbewerbsfähigkeit steigern
Oberhausen, 1. Juni 2026: Der NRW - Lokalfunk richtet sich strukturell neu aus. Auf einer Konferenz des NRW-Lokalfunks in Dortmund wurde am vergangenen Samstag der Startschuss für eine Systemreform 2026 gegeben. Diese hat das Ziel, die Leistungsfähigkeit des gesamten Lokalradio-Verbunds nachhaltig zu stärken, Verantwortlichkeiten klarer zu ordnen, Mehrfacharbeiten zu reduzieren und zentrale Zukunftsaufgaben schneller, effizienter und mit höherer fachlicher Verbindlichkeit um zu setzen.
Das Leitbild der neuen Struktur folgt einem einfache n Prinzip: Alles, was lokale Nähe braucht, bleibt in den Regionen. Alles, was zentral besser, schneller und sinnvoller für das Gesamtsystem geleistet werden kann, wird gebündelt. Damit soll die lokale Identität der Sender gestärkt und langfristig wirtschaftlich abgesichert werden.
„Wir müssen Komplexität verringern und weg von einer Struktur , in der zu viele Stellen parallel gleiche Aufgaben lösen müssen“, sagt Uwe Peltzer, Vorsitzender des Verbands der Betriebsgesellschaften NRW (BG-Verband). „Künftig sollen Kompetenzen dort gebündelt werden, wo sie für das Gesamtsystem den größten Nutzen entfalten. Das ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, Effizienz bzw. Tempo zu erhöhen und damit im Wettbewerb handlungsfähig zu bleiben.“
Die geplante Reform sieht vor, zentrale fachliche Verantwortlichkeiten für die wesentlichen Zukunftsbereiche der Lokalradio - Gruppe zu schaffen. Dazu gehören insbesondere Programm und Produktentwicklung, Technik und Digitalinfrastruktur, Marke und Marketing sowie Vermarktung. In diesen Bereichen sollen künftig übergreifende Strategien entwickelt, gemeinsame Standards etabliert und systemweite Projekte verbindlicher gesteuert werden. Gleichzeitig bleiben lokale Aufgaben und lokale Nähe weiterhin wesentliche Bestandteile des Modells.So soll z. B. eine gemeinsame strategische Ausrichtung der Programme erfolgen, technische und digitale Infrastruktur vereinheitlicht und zentral gebündelt, Marke und Marketing künftig systemischer gedacht und eine gemeinsame Vertriebsstrategie entwickelt w erden.
Thomas Kroemer, Vorsitzender des Vorstands Verband Lokaler Rundfunk in NRW (VLR), verweist darauf, wie wichtig eine gut verzahnte Zusammenarbeit im Lokalfunk für den gemeinsamen Erfolg ist: „Lokale Vielfalt braucht heute ein stärkeres gemeinsames Fundament. Wenn wir Programm, Produkt, Reichweite, Vermarktung, Technologie und Markenführung nicht konsequenter zusammendenken, verlieren wir an Geschwindigkeit und Kraft. Wenn wir diese Aufgaben aber richtig bündeln, stärken wir das gesamte System – und damit auch die Qualität der lokalen Angebote.“
„Wir reagieren mit dieser Reform nicht auf ein kurzfristiges Problem, sondern auf eine langfristige strukturelle Veränderung des Marktes , die die wirtschaftliche Tragfähigkeit des NRW - Lokalfunksystems erheblich beeinträchtigt “, sagt Marco Morocutti, Geschäftsführer von RADIO NRW. „Unser Anspruch ist, auch künftig ein starkes, relevantes und wirtschaftlich stabiles Lokalradio - Angebot zu ermöglichen. Dafür brauchen wir eine Organisation, die klarer, schneller und in einem deckungsgleichen Mindset handelt.“
Die nächsten Schritte betreffen die detaillierte Ausarbeitung der künftigen Struktur, die personelle Zuordnung zentraler Verantwortlichkeiten, die Ausgestaltung gemeinsamer Dienstleistungen, die Weiterentwicklung von Anreiz- und Vergütungsmodellen Gemeinsam mit den zuständigen Gremien werden diese Themen bis zum Sommer weiter konkretisiert. Die technischen Systemvereinheitlichungen sollen bis spätestens Ende 2027 umgesetzt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt zunächst auf der Bündelung der Bereiche Studio- und Sendetechnik sowie Digitalinfrastruktur unter einheitlicher fachlicher Führung.
Die NRW - Lokalradios geh en mit dieser umfassenden Systemreform 2026 den nächsten entscheidenden Schritt, um ihre Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu sichern. Das Konzept für die anstehende Reform wurde gemeinsam vom Verband der Betriebsgesellschaften, dem Verband Lokaler Rundfunk sowie RADIO NRW entwickelt und vorangetrieben. Zugleich wurden von RADIO NRW und den Chefredakteuren in einem Workshop - Prozess gemein same Programm-Leitlinien erarbeitet. Neben dem Strukturreformprozess, den die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) im Jahr 2022 initiiert hatte, ist die Systemreform 2026 ein weiterer zentraler Baustein im wichtigen Change - Prozess der Lokalradiogruppe.
Weitere Informationen:
Ina Pfuhler
Leiterin Medien + Kommunikation
RADIO NRW GmbH
Telefon: 0208 - 85 87 - 133
E- Mail: i.pfuhler@radionrw.de
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PM vom 01.06.2026